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| Älter werden in Herne: Unser Gesundheitssystem steht vor einer immensen Belastungsprobe, die von allen Beteiligten Opfer verlangt. Sicher ist, dass das bisherige Konzept, der bisherige Leistungsumfang und die medizinischen Neuentwicklungen nicht mehr finanziert werden können. Dafür sind im wesentlichen der medizinische Fortschritt, die Altersentwicklung und die inzwischen realitätsfernen Finanzierungsansätze verantwortlich. Es stellt sich die Frage, was ist notwendig und wie setzen wir das Notwendige realitätsnah um! Die Konzepte von Regierung und Krankenkassen setzen auf mehr Verwaltung und Papierkrieg, was bei begrenzten Mitteln zwangsweise zu einer Umverteilung zu Ungunsten der Patientenversorgung führen muss - oder wer glaubt ernsthaft, dass z.B. die 1.300 neuen Verwaltungsstellen der Bundesknappschaft nur ein Menschenleben retten oder die Versorgung eines Kranken bessern? Wir haben gehört, dass chronisch Kranke in Managementprogramme eingeschleust und unter standardisierten Programmen behandelt werden sollen, die z.T. unter Ausblendung medizinischen Sachverstands zustande kommen und nicht unbedingt heute üblichen medizinischen Standards entsprechen. Es gibt eine Aufspaltung in besonders zu betreuende Gruppen und solche, die es offenbar nicht wert sind, oder ist eine Frau mit Brustkrebs mehr wert als eine Frau mit Lungen- oder Darmkrebs? - Für Ihre Krankenkasse künftig schon! Das wird auch bedeuten: Krankenkassen - nicht Patienten - werden festlegen, wer Sie als Patient betreut. Krankenkassen werden sich einzelne Mediziner heraussuchen und mit Ihnen Verträge über die Betreuung bestimmter Patientengruppen abschließen. Sind sie in der falschen Kasse, wird es (z.B. mangels Masse) ggf. gar keine Versorgung oder 50 Kilometer entfernt geben. Was ist die Alternative? Wir halten Netzstrukturen für die einzig wirkliche Alternative in der künftigen Versorgung unserer Patienten. Hier arbeiten Ärzte und Kliniken, künftig auch Pflegedienste und andere "Gesundheitsdienstleister" auf freiwilliger Basis zusammen. In Herne haben wir bereits 1996 - lange vor den Gesundheitsministerien in Bund und Land - begonnen, uns Gedanken über die Zusammenarbeit in der medizinischen Versorgung zu machen. Unser Ziel war und ist die individuelle Versorgung konkret kranker Menschen, sie durch das Dickicht der Medizinversorgung zu führen und Versorgungsketten nach aktuellem medizinischen Stand zu bilden. Oder kurz ausgedrückt: Wir wollen individuelle Kranke und nicht Krankheiten behandeln Also Herrn Müller; 79 Jahre alt; Witwer; Altenheimbewohner; Vater von 2 Kindern, die jetzt in Bayern wohnen; mit Zuckerkrankheit und Bluthochdruck, durchgemachtem Herzinfarkt und aktuellem Gallensteinleiden - und NICHT "die Galle"! Wir haben daher - ohne JEDE finanzielle Unterstützung von Krankenkassen und Politik, aus eigenen Mitteln, unter Opferung zehntausender Freizeitstunden das Herner Ärztenetz entwickelt: Kooperationen mit Kliniken: Verbesserung der Schnittstellen zwischen stationärer und ambulanter Versorgung; gemeinsame Schulungsprogramme, z.B. für Diabetiker; gemeinsame Therapieprogramme und einiges mehr. Patientenschulungen/Vorsorge: Hypertonie, Asthma, Übergewicht, Schlafapnoe, Nikotinentwöhnung und weiteres. Versorgungsketten: für Herz-Kreislauf- / Magen-Darm- / Nieren-Krankheiten und weiteres. Qualitätsmanagementprogramm für Arztpraxen: Das in Herne, Bielefeld und Hagen entwickelte QM-Programm gilt als das z.Z. beste in Deutschland und wird in ähnlicher Weise in anderen Bundesländern übernommen. Und vieles mehr. Eine Entwicklung OHNE Zwang und Dirigismus, die mittelfristig auch auf dem Spiel steht! Dr. med. Karl-Georg Furche Kardiologe Schillerstr. 37 - 39 44625 Herne |