Mittwoch, 22.02.2012, 21:06
Herner Ärztenetz e. V.



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Wie bleibe ich fit im Alter?
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Was ist eigentlich Altern:

Verfall der biologischen Kapazität mit der Zeit


Alterstheorien:

  • Biochemisches Altern
  • Hormonelles Altern
  • Genetisches Altern
  • Altern durch Lebensführung und Umwelt


Biochemisches Altern, s. g. Zellrosten:

Während der Energieerzeugung in unserem Körper entstehen s. g. "Freie Radikale", dies sind hochagressive Substanzen, die unsere Zellen angreifen. Antioxidantien (Vitamine und Mineralstoffe) können sie unschädlich machen.


Hormonelles Altern:

Durch die abnehmende Hormonproduktion kommt es zu einem verringerten Stoffwechsel mit zunehmendem Funktionsverlust all unserer Systeme. (Nicht nur Sexualfunktion.)


Genetisches Altern:

350 Milliarden mal pro Tag finden in unserem Körper Zellteilungen statt, bei denen das Enzym Telomerase eine wichtige Rolle spielt, in dem es einem Verbrauch der Chromosomenenden entgegen wirkt. Doch mit jeder Teilung geht ein Teil der Telomerase verloren. Zellen können sich nicht mehr so erneuern, Gewebe und Organe altern.


Altern durch Lebensführung und Umwelt:

Rauchen, intensive Sonnenbäder, fettreiche, faser- und vitaminarme Ernährung, Bewegungsmangel, chron. Stress, Schlafmangel, Mangel an geistiger Aktivität und Lebensfreude, schlechte Einstellung des Stoffwechsels. Keiner will alt werden, aber alle wollen lange leben! Alterung beeinflussen bedeutet, Einflüsse vermeiden, die sie beschleunigen und Verhalten kultivieren, die sie verlangsamt. Dem Leben nicht mehr Jahre hinzufügen, sondern den Jahren mehr Leben.


Die fünf Säulen für ein gesundes Altern:
  • Gesunde Ernährung
  • Hormone und Antioxidantien
  • Ausreichend Schlaf
  • Wenig Stress und viel Lebensfreude
  • Bewegung


Gesunde Ernährung:

  • Fettarm, gesunde Fette
  • Vitaminreich
  • Mineralstoffreich
  • Insgesamt kalorienreduziert
  • Fünf Stücke Obst und Gemüse am Tag
  • Wenig Fleisch
  • Einmal pro Woche Fisch
  • Vollkornprodukte

Hormone und Antioxidantien:

Zunächst Basislaborbestimmung der eigenen Hormonspiegel und dann nur ersetzen, was fehlt. Natürliche Hormone verwenden, nach Möglichkeit transdermal um den Leberstoffwechsel zu entlasten.

Typ. Hormone:

Ostrogen, Testosteron, DHEA, Melatonin, Serotonin, Wachstumshormon, Diagnostik des Redoxstatus Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln z. B. Vitamine A, E und C, ß-Carotinoide, Lycopine, alpha-Liponsäure, Selen, Q 10, Omega-3-Fettsäuren


Ausreichender Schlaf , wenig Stress und viel Lebensfreude:

  • Meditation oder Beten
  • Autogenes Training
  • Yoga
  • Freunde und Familie
  • Altruistische Tätigkeiten


Bewegung:

Jeder Mensch kann sich bewegen. Es gibt keine Gesundheit ohne Bewegung. Es ist nie zu spät. Bewegung ist nicht unbedingt gleich Sport.

Was sollte trainiert werden?

Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit, Koordination

Was bewirkt Ausdauertraining?
  • Lebenserwartung steigt
  • Risiko von Herz- Kreislauferkrankungen z. B. Herzinfarkt sinkt
  • Risiko Diabetes und Darmkrebs sinkt
  • Risiko Brustkrebs sinkt
  • Lungenkapazität verbessert sich
  • Knochen, Gelenke und Bänder werden stärker
  • Die Konzentrationsfähigkeit steigt
  • Das Immunsystem wird gestärkt Stress wird besser verarbeitet
  • Ausdauertraining ist die beste Medizin der Welt und nebenwirkungsfrei!
Was ist Ausdauertraining?
Bergwandern, Walking, Laufen, Radfahren, Rudern, Skilanglauf, Schwimmen

Wie fange ich an zu Walken/Joggen?

  • Gesundheits-Check
  • Gute Schuhe (am besten Laufbandanalyse)
  • Pulsuhr kaufen
  • Angemessene Kleidung

Gesundheits-Check

  • Abklärung des Herz-Kreislaufsystems
  • Abklärung der Atmungsleistungskapazität
  • Bestimmung der Blutfettwerte
  • Einstellung von Bluthochdruck und Stoffwechsel z. B. Diabetes
  • Gute Schuhe Anpassung an die jeweilige Fußform z. B. Senk-Spreizfuß, Hohlfuß etc.
  • Anpassung an die Beinachsen (X- oder O-Beine)
  • Anpassung an das Sprunggelenk (vermehrte Pronation oder Supination)
  • Der Schuh sollte vorne eine Fingerbreite Platz lassen.
  • Der Schuh darf nirgendwo drücken.
  • Auf gute Dämpfung achten.

Die Pulsuhr
Ohne Pulsuhr ist ein Training für die Gesundheit fast nicht möglich! Sie fahren ja auch nicht Auto ohne Tacho.
  • Immer mit Brustgurt.
  • Einfach zu bedienen.
  • Einfache Version reicht.
  • Kostet ca. 50 Euro.

Kleidung
  • Schutz vor Regen, Wind, Hitze und Kälte
  • Funktionskleidung aus Kunstfaser
  • Auf reflektierende Streifen achten
  • Socken ohne Nähte

Jetzt geht es los!


Mit Walken beginnen
Vor und nach dem Walken/Joggen - Dehnen
Dauer-. 20 Minuten
Häufigkeit: 3 x die Woche
Puls : 180 minus Lebensalter
Immer so schnell oder langsam gehen bis Puls richtig eingestellt ist

Regeln für das Walken:

  • Gemäßigtes Tempo zu Beginn
  • Fuß von hinten nach vorne ganz abrollen
  • Kniegelenke leicht gebeugt
  • Arme locker schwingen
  • Normal atmen
  • Nach vorne schauen
  • Schultern locker hängen lassen
Walken und Joggen schädigen die Gelenke nicht! Auch nicht auf Asphalt!
Im Gegenteil: Bewegung fördert die Zufuhr von Nährstoffen in Sehnen, Bänder und Gelenkknorpel.


Intensität steigern:
Jeden Trainingstag 3 Minuten länger laufen bis Sie 45 - 60 Minuten erreicht haben. Schon bald werden Sie mit dieser Methode Ihre optimale Herzfrequenz nicht mehr erreichen können. Dann ist es soweit: Sie sind bereit ein Jogger zu werden. Nach dem Training viel trinken: Innerhalb von 2 Stunden 1 - 2 1, am besten Apfelschorle.


Vorteile des Krafttrainings:

  • Stärkere Bänder, Sehnen und Knochen
  • Mehr Kraft durch starke Muskeln
  • Mehr Muskeln, weniger Fett
  • Mehr Muskeln, mehr Hormone
  • Mehr Muskeln, bessere Nerven
  • Mehr Muskeln, weniger Schmerzen

Jetzt geht es los!


2 x pro Woche
Ruhige, langsame Bewegungen
15 Wiederholungen
2 Durchgänge
Besser große Muskelgruppen zusammen trainieren,
z. B. Schulter/Nacken, Brust, Rücken, Bauch, Beine
Gewichte ganz langsam steigern
Immer Stretching nach dem Training

Wichtig ist:
  • Abwechslung, jede Woche andere Übungen
  • Fortlaufende Anpassung (Muskel wächst nur bei Reiz)
  • Ob allein, im Studio oder im Kurs ist Geschmacksache
  • Gruppenwirkung oft positiv
  • Nicht übertreiben

6 Übungen trainieren den ganzen Körper:

Am Anfang ohne Gewicht
Dann langsam steigern mit wassergefüllten Plastikflaschen
Dann leichte Hanteln 500 g
Später wie sie wollen

1. Übung Kniebeuge
2. Übung Gewichte stemmen
3. Übung Frontrudern
4. Übung Rückenmuskeltraining Auf den Bauch legen und abwechselnd das linke Bein und den rechten Arm anheben, dann wechseln, später Arme und Beine gleichzeitig anheben.
5. Übung Kurzhantelrudern
6. Übung Bauchmuskeltraining

Beweglichkeit:

Muskeln verkürzen sich sehr schnell und führen zu Fehlhaltungen mit anschließenden Schmerzen. Deshalb regelmäßig Stretchen.

Vorteile des Dehnens:
  • Es geht schnell
  • Es regeneriert die Muskeln und stärkt ihre Leistungsfähigkeit
  • Es verringert Fehlhaltungen und Verspannungen und somit Schmerzen

Wie dehnt man richtig?


  • Regelmäßig, besonders nach jedem Training
  • Ruhig und gleichmäßig
  • Wenn Ziehen einsetzt, dort bleiben und langsam bis 10 zählen
  • Dann ein zweites Mal nachdehnen ein kleines Stückchen weiter
  • Nie Rucken, bei Zittern wird zu viel gedehnt
  • Alle großen Muskelgruppen

Koordination:
Hobby, Basteln, Handarbeiten, Malen, Musikinstrument lernen, Tai Chi, Reaktionsspiele

Tipps für den Alltag:
  • Immer in Bewegung bleiben
  • Kurze Strecken zu Fuß gehen
  • Treppe statt Aufzug
  • Viel frische Luft
  • Menschen mit Hund sind glücklicher und leben länger
  • Pflegen sie Freunde und Familie

Es ist nie zu spät, denn:
Heute ist der erste Tag vom Rest Ihres Lebens!



Dr. med. Petra Billecke
Fachärztin für Orthopädie - Chirotherapie
Eickeler Markt 3 b
44651 Herne

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